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Berufsstand

Wer darf sich Sportpsychologe und Sportpsychologin nennen?

Leider konnten bislang weder die Berufsbezeichnung „Sportpsychologe bzw. Sportpsychologin“ noch die Inhalte der sportpsychologischen Betreuungs- und Beratungstätigkeit rechtlich geschützt werden. Aus diesem Grund arbeiten Personengruppen mit ganz unterschiedlichen akademischen, beruflichen und sportlichen Hintergründen und Erfahrungen im Bereich des Sports inklusive dem Spitzensport und bieten eine Vielzahl an sogenannten sportpsychologischen oder mentalen Hilfestellungen an. Entsprechend sind auch die Tätigkeitsbezeichnungen vielfältig, z.B. Mental-Coaches, Mental-Trainer oder Personal Coaches. Dieser Umstand hat es lange Zeit für den erstmals in diesem Feld nach professioneller Hilfe Suchenden schwierig gemacht, auf Anhieb den geeigneten Berater zu finden, zumal es bis 2002 keine Expertenliste oder Anlaufstelle für Nachfragen zu möglichen Sportpsychologen bzw. Sportpsychologinnen gab.

Genauso wie für andere Trainings- und Betreuungsleistungen haben psychologische Beratungs- und Betreuungsmaßnahmen im Spitzensport dem Anspruch an höchste Fachkompetenz, Qualität und Seriosität zu entsprechen.

Aufgrund der fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen haben das BISp, der DOSB und die asp deshalb zur Qualitätssicherung der praktisch psychologischen Arbeit im Spitzensport fachliche Qualitätskriterien als Richtlinien und Empfehlungen zu Qualifikation und Ausbildung festgelegt, die eine Person nachweisen muss, um im leistungsorientierten Sport arbeiten bzw. über mit Bundesmitteln mitfinanzierte sportpsychologische Betreuungstätigkeiten im Spitzensport ausüben zu dürfen.

Seit 2013 gelten dafür folgende Anforderungen:

  • Hochschulabschluss (MA / Diplom) in Psychologie, Sportwissenschaft, Master in Sportpsychologie oder akkreditierte akademische Master- oder Diplom-Abschlüsse in vergleichbaren Fachrichtungen. Die Prüfung erfolgt im Einzelfall. Absolventen anderer Fachrichtungen oder Personen ohne akkreditierten Hochschulabschluss auf Masterniveau werden nicht zugelassen.
  • Basiskompetenzen im Bereich Sportwissenschaft und Psychologie (jeweils mindestens 50 UE)
  • Expertisekompetenzen im Bereich des sportpsychologischen Training oder / und sportpsychologischen Coachings (mindestens 100 UE)


  • Nachweis über mindestens 100 Stunden sportpsychologischer Praxis im leistungsorientierten Sport unter Supervision (Verhältnis 1:4, d.h. insgesamt mindestens 25 Stunden Supervision) pro Schwerpunkt (Sportpsychologisches Training oder Coaching)


Personen, die diese Ausbildungs- und Praxisnachweise erfüllen, dürfen sich "Sportpsychologischer Experte (asp-Curriculum Leistungssport)" bzw. "Sportpsychologische Expertin (asp-Curriculum Leistungssport)" nennen und werden als solche von der asp, dem BISp und dem DOSB anerkannt.

Bei Vorliegen dieser Ausbildungs- und Praxisnachweise besteht dann die Möglichkeit, sich auf der Expertendatenbank des BISp zu registrieren.

Die Berufsbezeichnung „Sportpsychologe / Sportpsychologin“ kann in Deutschland nur von Personen mit abgeschlossenem Diplomstudium der Psychologie (bzw. Masterstudium mit den entsprechenden Credit-Points) geführt werden. Die asp arbeitet aktuell gemeinsam mit dem Bund deutscher Psychologen (BDP) an einer verbindlichen Klärung sowie dem zukünftigen Schutz der Berufsbezeichnung „Sportpsychologe / Sportpsychologin“.