Bundesinstitut für Sportwissenschaft



Prinzipien für psychologische Trainingsmaßnahmen (PT)

 (aus Mathesius, R. (1996). Prinzipien und Aufgaben des Psychologischen Trainings. In E. Hahn (Hrsg.), Psychologisches Training im Wettkampfsport (Schriftenreihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, Bd. 85), S. 29 ff.. Schorndorf: Hofmann)


Präventiv einsetzen:
Psychologisches Traininng hat das Ziel, die Handlungsfähigkeit des Sportlers / der Sportlerin vorausschauend zu entwickeln. Psychologisches Training hilft, die sportartspezifischen Fähigkeiten und notwendigen Fertigkeiten der Sportler/in innerhalb des Ausbildungsprozesses zu entwickeln. Dabei soll aktives Lernen ausgelöst werden und so zur optimalen Selbstregulation führen. Der Athlet / die Athletin lernt, sein / ihr sportspezifisches Handeln unter verschiedenen äußeren und inneren Bedingungen bewusst zu regulieren. Auf der anderen Seite kann Psychologisches Training aber auch zur Lösung aktuell auftretender Probleme genutzt werden, wie zum Beispiel bei Formtiefs oder Motivationsverlust. 


Sportartspezifisch einsetzen:
Zielstellungen und Inhalte des PT sind aus den sportlichen Anforderungen und den damit verbundenen individuellen Problemstellungen abzuleiten. 


Knotenpunkte der Handlung herausfiltern:
Mit Hilfe psychologischer Trainingsmaßnahmen lernen Sportler/innen, ihr Handeln unter unterschiedlichen inneren und äußeren Bedingungen bewusst zu regulieren. Dafür müssen jedoch erst einmal die Handlungsphasen bzw. Knotenpunkte der Handlung ausgewählt werden, in bzw. an denen Regulationsbedarf besteht und der Sportler / die Sportlerin bei entsprechendem Training auch bewusst eingreifen kann.


In das sportliche Training integrieren:
Aus der zielorientierten Anforderungsanalyse lassen sich differenzierte psychologische Trainingsinhalte und -aufgaben ableiten und begründen. PT sollte dabei in den praktischen Trainingseinheiten integriert werden, so dass Sportler/innen lernen, diese auch im Wettkampf zu nutzen. 


PT langfristig aufbauen:
Genauso wie andere sportartspezifische technische, taktische und konditionelle Fertigkeiten benötigt das Aneignen und Aufrechterhalten hoher psychischer Fertigkeiten ein ständiges Trainieren. 


PT komplex zusammensetzen:
Psychologische Trainingsverfahren basieren stets auf mehreren psychologischen Verfahren, wie z.B. die Kombination von Entspannungs- und Vorstellungsmethoden zur Vorbereitung auf den Wettkampf. Die Auswahl der Trainingsmethoden ergibt sich aus den ermittelten pychologischen Trainingsinhalten bzw. Aufgabenstellungen.  



Diese Seite:

© Bundesinstitut für Sportwissenschaft - 2011 - Sportpsychologie