Bundesinstitut für Sportwissenschaft



Erfahrungsberichte

Welche Bedeutung messen Sie dem Psychologischen Training bei?

Trainerinnen / Trainer

Schritt in den erfolgreichen Leistungssport

"Wenn Psychologisches Training angewendet wird, dann ist es für die Sportler ein Schritt in den erfolgreichen Leistungssport. " .. .

"Psychologisches Training hat sich zum einen für mich persönlich, zum anderen in der Gruppe positiv ausgewirkt. Wir haben gelernt, viel ruhiger miteinander umzugehen. Auch mit dem sportlichen Leistungsgedanken gehen wir ganz anders um, weil wir uns selber nun nicht mehr so unter Druck setzen. Auf die Sportler wirkt sich das sehr positiv aus, da wir eine Ruhe rüberbringen, die überhaupt keine Hektik erzeugt. Uns verstehen z. B. unsere Ehrenamtlichen nicht mehr so richtig, wenn wir den Sportlern sagen:, Wir wissen, dass wir heute auch verlieren können. Wir wollen eigentlich nur hundertprozentige Leistung von euch, dann ist es o.k. `. Es passt nicht in das Leistungsdenken der Funktionäre, dass wir nicht immer nur den Sieg von unseren Sportlern erwarten. Mit diesem Gedanken können die Funktionäre sehr schlecht umgehen. Aber die Sportlerfühlen sich so viel wohler. Wir hatten gerade, als wir mit unserer Arbeit anfingen, Sportler, die Angst hatten zu spielen, weil sie Angst hatten zu verlieren. Und jetzt darf man verlieren, jetzt muss man eigentlich nur gut spielen. Damit können wir sehr gut umgehen, weil auch die Sportler sehr gut damit umgehen können. Wir können ganz anders miteinander reden".


Auf wundersame Weise

... " Und die Leistungen sind trotzdem da, die sind sogar nach oben gegangen - auf wundersame Weise. Für uns ist das natürlich nicht wundersam, aber für alle anderen. Die verstehen überhaupt nicht, dass wir mit diesem anderen Leistungsgedanken trotzdem erfolgreich sind. "


Richtung Weltklasseniveau - Risiken kalkulierbarer

"Das Psychologische Training hat einen ganz großen Stellenwert in der Entwicklung Richtung Weltklasseniveau. Um an die Grenzen der Leistungsfähigkeit heranzukommen, muss man eben viele Mittel und Methoden anwenden können. Das geschieht zum einen auf trainingsmethodische Art und Weise, zum anderen auf psychologischer Ebene. Man kommt nachher zu einer Parallelität im Einsatz der Methoden. Man kann nicht nur über einen der genannten Wege rangehen, sondern da muss man einfach versuchen, beides miteinander praxisrelevant zu koppeln. Insofern hat für mich auch die Psychologie einen hohen Stellenwert, gerade hinsichtlich Schrittmusterveränderung, Rhythmisierung. Da muss ich an den Sportler herankommen, was man nicht nur alleine mit Methodik erzielen kann, sondern was man letztendlich auch über den Kopf erzielen muss. Dazu brauche ich schon einen Sportpsychologen. Risiken lassen sich so kalkulierbarer machen. "


Freier Kopf

"Auf jeden Fall werden Siege im Kopf entschieden. Anders geht es gar nicht. Wir wissen ja, was für ein Potential ein Spieler hat, und ob er es dann auf das Spielfeld bringen kann, hängt sehr stark davon ab, wie frei sein Kopf ist. Wenn er nur an den Sieg denkt oder Angst hat, dann macht er zu, ist blockiert und kann seine eigentlichen Leistungen nicht bringen. "


Sportlerinnen / Sportler

"Ich kann ganz klar sagen, dass das Psychologische Training mir sehr viel gebracht, und ich kann es auch jedem nur empfehlen, der schwache Nerven hat. "

"Für mich war das Psychologische Training erfolgreich, denn ich bin viel ruhiger und konzentrierter geworden. Ich denke sehr viel positiver und gehe somit auch ruhiger in die Wettkämpfe rein."


Erfolg durch Konsequenz

"Wenn ich Psychologisches Training konsequent über die ganze Saison durchgeführt habe, dann war es erfolgreich. Wenn ich es jetzt nur stoßweise gemacht habe und es dann wieder weggelassen habe, dann hat es keinen Sinn gehabt. Dann war es vielleicht für die Woche, für den Moment gut, aber es hat keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Also in der Zeit, in der man es intensiv betrieben hat, speziell in der Saison 1988/89, hat es bei mir persönlich wirklich erfolgreich gewirkt."


Erfolgreich in Sport und Beruf

"Das Psychologische Training hat sich sehr erfolgreich nicht nur in meiner Sportart, sondern auch in meinem Beruf ausgewirkt."

"In Hinblick auf die Wettkämpfe, auf die Saison, bin ich sehr zufrieden. Für mich persönlich bewerte ich eigentlich noch höher, wie ich mich als Persönlichkeit entwickelt habe und fühle. So ganz konkret auf die Wettkämpfe bezogen, da gibt es schon einige Situationen, von denen ich weiß, dass ich sie mittels des Psychologischen Trainings gewonnen habe. Wo ich z. B. im anderen Falle, also ohne Psychologisches Training, die Geduld verloren hätte. Jetzt habe ich eben noch weiter an mich geglaubt und weiter gespielt, positiv gedacht."


Schön dumm, wer's nicht macht

"Psychologisches Training kann zur Leistungsoptimierung oder Maximierung, wenn man sich schon im Extrembereich bewegt, ein Filament sein. " . . . " Und wenn es nur ein oder ein halbes Prozent an Leistung freimacht, dann ist es sinnvoll. Man wäre schön dumm, wenn man es nicht machen würde."


Offenheit

"Es kommt darauf an, wie jeder davon überzeugt ist, ob er es machen will oder nicht. Das ist eine gewisse Voraussetzung. Wer dem Psychologischen Training offen gegenübersteht, bei dem kann es Erfolg haben, und wer sich dagegen sperrt, bei dem hat es eben keinen Erfolg."


Freier Kopf

"Ich habe schon häufig in einem Spiel diesen klassischen Satz gehört: Ein Spiel wurde im Kopf entschieden.. Dass das wirklich häufig zutrifft, vorausgesetzt es sind keine Klassenunterschiede vorhanden, ist keine Frage. Denn das erleben wir praktisch immer wieder, wenn es im Kopf stimmt, dann läuft's."



Sportpsychologinnen / Sportpsychologen

Damit kann man's packen

"Psychologisches Training unterstützt die Leistungssteigerung, aber es ersetzt nichts anderes, also trainieren müssen die Sportler schon, sie brauchen Kondition, sie brauchen insgesamt eine gute Einstellung. Das Psychologische Training setzt das i-Tüpfelchen auf die Leistung, oder es rettet ganz vor dem Versagen. Wenn ich nichts davon halten würde, würde ich es nicht machen. Ich denke, mit dem Psychologischen Training kann man Leistungsreserven ansprechen, an die man ansonsten nicht herankäme, aber mit Psychologischem Training kann man es packen."


Mit Konsequenz jeden Trainingsweltmeister in den Griff kriegen

"Wie erfolgreich Psychologisches Training ist, kommt darauf an, was man macht, mit wem man was macht, auf welchem Leistungsstand der Athlet bzw. die Athletin ist. Aber ich kann sagen, dass generell konsequentes Training, egal ob da jetzt Labortraining, Formen des Mentalen Trainings, ob es die Muskelrelaxation, Autogenes Training oder das Selbstsicherheitstraining, die Selbstkontrolle oder die Videokonfrontation ist, wenn der Athlet mitarbeitet, der Trainer dahintersteht, der Sportpsychologe es adäquat anbietet, dann ist Psychologisches Training erfolgreich. Dann kann man die Techniken im Training einsetzen und im Wettkampf umsetzen. Ich würde jeden Trainingsweltmeister, der im Wettkampf versagt, mit Psychologischem Training in den Griff kriegen."

"Als Sportpsychologe müsste ich jetzt sagen, das Psychologische Training sehe ich als sehr erfolgreich an, aber ich bin hier Realist. Ich sage immer, das Psychologische Training kann immer nur eine sehr nützliche Unterstützung für den Sportler sein. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass dann, wenn es darum geht, Weltspitzenleistungen zu erbringen, sich mit physisch und technisch gleichstarken Gegnern auseinander zusetzen, der psychische Faktor in einem Wettkampf den entscheidenden Ausschlag gibt. Und so gesehen, messe ich dem Psychologischen Training einen hohen Stellenwert bei."



Fazit

Psychologisches Training gehört für die hier interviewten Trainerinnen / Trainer, Sportlerinnen / Sportler und Sportpsychologinnen / Sportpsychologen mit zum erfolgreichen Leistungssport. Es wird deutlich, dass über die sportlichen Erfolge hinaus auch das gesamte Persönlichkeitsbild positiv beeinflusst wird und sich die psychische Beeinflussung positiv auf die Beziehungen zwischen Trainerin /Trainer und Sportlerin / Sportler auswirken.

Für die befragten Trainerinnen / Trainer bedeutet Psychologisches Training ein Schritt in den erfolgreichen Leistungssport, eine Hilfestellung für die Entwicklung ihrer Sportler in Richtung Weltklasseniveau. Trainerinnen / Trainer, Sportlerinnen / Sportler und Sportpsychologinnen / Sportpsychologen sind sich einig, dass die technischen, taktischen und konditionellen Voraussetzungen stimmen müssen, um erfolgreich im Leistungssport bestehen zu können. Dennoch unterstreichen alle Beteiligten, dass sich gerade im Spitzenbereich, wo die physischen Voraussetzungen recht gleichmäßig gegeben sind, eine negative mentale Einstellung leistungslimitierend, eine positive mentale Einstellung hingegen leistungsfördernd auswirken kann, Siege letztendlich im Kopf entschieden werden.



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